„Prinz, wo bist Du denn nur?“

Von dem (alten) Traum, gerettet zu werden- warum es nicht funktioniert und was Dich wirklich rettet
Ich habe den Großteil meiner Zwanziger damit verbracht, auf meinen ganz persönlichen Prinzen zu warten. Jenen Prinzen, der mich annimmt, der mich sieht, der mit mir Hand in Hand ins Abenteuer Leben springt- und der mir jene Form von Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit gibt, nach der ich mich als Kind so gesehnt habe.

Natürlich hatte mein Prinz, je nach aktueller Lebenssituation wechselnde Gewänder:

Erst war es der langhaarige lässige Typ mit seiner Gitarre über der Schulter, der mich mit schelmischem Blick einlädt, mit ihm und seinem VW Bus ins Abenteuer zu fahren.

Später dann war es der spirituell bewusste Mann- sanft und kraftvoll zugleich, der mit seinen eigenen Händen Gärten umgräbt und uns ein Haus baut, während ich ganz gelassen meiner Heilarbeit nachgehen kann. Tantrischer Verschmelzungssex inklusive und auf Augenhöhe, ja sowieso!

In all diesen schönen Bildern konnte ich mir lange nicht eingestehen, dass einer der Hauptmotivationen meines Sehnens, der tiefe Wunsch war, gerettet zu werden.

Ich ließ mir mein Hoffen auf Rettung dabei auf keinem Wege ausreden:

Sicherheit und Heimat in mir selbst solle ich finden, sagten sie.  Das nicht das Partner-Finden, sondern die vollkommene Präsenz in der eigenen Lebendigkeit, das „Ziel“ des spirituellen Wegs ist, sagten sie zu mir. In so vielen Büchern, mit so vielen Therapeut*innen, Coaches und Heiler*innen und klugen Freund*innen habe ich darüber gesprochen. Ich nickte brav, doch in meinem Inneren schüttelte es entschlossen mit dem Kopf: „Ich warte auf meinen Prinzen und damit Basta!“, sagte es da.

Ich drehte mich hier Jahr um Jahr im Kreis. Den Durchbruch zu diesem Thema brachte erst meinen Weg der Traumaheilung, den ich mit einer großartigen Heilerin an meiner Seite, beschritten habe.

Hier habe ich etwas Elementares begriffen:

1.) Jener Anteil in mir, der sich so sehr danach sehnt gerettet zu werden, ist ein kindlicher und damit zu jung, um spirituelles Wissen zu verstehen. Selbst, wenn mein erwachsenes Bewusstsein sehr wohl weiß, dass kein Mann mich „retten“ kann, solange ein Innerer-Kind-Anteil so fest daran glaubt, hat dieser Oberhand.

2.) Der Wunsch dieses kindlichen Anteils nach Rettung ist überaus berechtigt!

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich zutiefst einsam gefühlt: Ich habe mich der Stimmung in meinem Elternhaus, der Angst meine Mutter zu verlieren, dem Druck in der Schule, meinem Gefühl anders zu sein, ausgeliefert gefühlt. Zu dieser Zeit habe ich mir nichts sehnlichster gewünscht, als, dass da jemand kommen möge, der mich versteht, der mich am Besten an einen Ort mitnimmt, wo es liebevoll und warm ist.

Diesen kindlichen Anteil in mir zu erkennen und zu verstehen, hat mich unglaublich befreit und befriedet. Zu verstehen: Ich „spinne“ nicht, dass ich entgegen aller Vernunft an dem Retter-Konzept festhalte. Ich halte daran fest, weil es in mir eine Not gibt. Diese Not braucht nicht mein hartes Urteil (und auch kein hartes Urteil von Außen) und sie braucht auch keine Flucht in Traumphantasien. Diese Not braucht mein tiefes Mitgefühl, braucht meinen liebevollen Blick und ein Anerkennen für all die Gefühle, die da sind.

Durch dieses Mitgefühl kann dieser verletzte, ohnmächtige Kind-Anteil langsam weich werden, sich integrieren- und muss nicht länger im Außen verzweifelt nach Prinzen Ausschau halten.

Darüber hinaus: Es funktioniert auch einfach nicht! Ich sehe so viele Frauen, bei denen die Sehnsucht nach Sicherheit an erster Stelle steht bei der Partnerwahl- so auch bei mir.

Ich war mit einem Mann zusammen, bei dem ich in der ersten Umarmung das Gefühl hatte, das ich mich hier so sicher und geborgen fühle, dass ich nie mehr ohne ihn sein möchte. Er war sogar bereit, sich ein Stück weit meines inneres Kindes anzunehmen und ihm voller Verständnis Raum zu geben. Doch was ist passiert?

1.) Nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass dieser Mann bei weitem nicht so stabil und gefestigt ist, wie in meiner Phantasie, und selbst unzählige Coping-Mechanismen hat, um sich im Leben zurecht zu finden.

2.) Das co-abhängige Spiel nahm seinen Lauf: Ich habe meine Bedürfnisse zurück geschraubt, meine Werte über Bord geworfen, denn ich wollte unbedingt mit ihm zusammen sein. Ich wollte auf keinen Fall das bisschen an Geborgenheit und Sicherheit aufgeben, das ich gerade erst entdeckt habe. Ich habe meinen Preis dafür gezahlt. Und mein Gefühl ist, dass es immer einen Preis gibt, den man zu zahlen hat, wenn man Sicherheit von Außen verlangt: Der Verzicht auf echten Wachstum und Lebendigkeit (das gilt für das Kollektiv übrigens genauso!).

Wie also „retten“ wir uns selbst?
  • Durch liebevolle und mitfühlende Integration von alten, verletzten Anteilen und ein mehr an innerer Liebe und Sanftheit mit uns selbst.
  • Durch ein Annehmen unserer eigenen Bedürfnisse und Gefühle.
  • Durch ein Öffnen einer höheren/göttlichen Quelle gegenüber. Hier können wir eine Form von Sicherheit und Liebe finden, die völlig frei von Außen ist.
  • Durch einen realistischen Blick auf mögliche Partner*innen: Wir treffen hier immer auf einen Menschen aus Fleisch und Blut, mit eigener Geschichte, eigenen Mustern und eigenen Zweifeln. Wir können uns hier verbinden, miteinander und voneinander lernen, uns freuen, wachsen und erblühen- miteinander und doch jeder in seiner Selbstverantwortung.
Es ist gerade eine wunderbare Zeit, um alte Muster zu erlösen und in ein Mehr an Freiheit und Lebendigkeit zu tauchen.

Lasse Dich dabei von mir begleiten- in meiner Präsenz, meinem Wissen und meinen spirituellen Fähigkeiten. Alle Infos findest Du hier: Energieheilung und Bewusstseinsarbeit

Tauche mit anderen wunderbaren Menschen in Deine innere Sanftheit und ein Mehr an Verletzlichkeit als DIE Basis für eine liebevolle Beziehung zu Dir selbst und anderen Menschen: Ich biete jeden Samstag Webinare für Selbstreflexion und Heilung an: Webinare

Ich freue mich darauf, Dir zu begegnen.

In welcher Form auch immer.

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