DER FAKTENCHECK FÜR CO-ABHÄNGIGE

– FÜR EIN MEHR AN INNERER KLARHEIT

„Es geht hier nicht ums Fühlen, sondern um Fakten.“, sagt meine Unternehmensberaterin beim Durchsprechen meines Businessplanes gestern zu mir. Erst muss ich schlucken, dann lachen.
Und ja: Es ist sicherlich auch eine Frage von Persönlichkeitsstruktur, ob wir mehr den Gefühlen oder den Fakten folgen- und ich bin wohl ein klassischer „Fühli“.

Doch hinter geistiger Unklarheit und dem starken Ausrichten nach den eigenen Gefühlen, steckt noch mehr: Wenn wir früh in unserer Kindheit Traumata erlebt haben, ist unser „Faktenbewusstsein“ in Beziehungen und dem wie wir als Mensch „zu sein haben“, oftmals stark verdreht und verschwommen.

Das Leben fühlt sich dann an, wie überzogen von einer nebeligen Soße aus den unterschiedlichsten Gefühlen: Schuld, Pflichtgefühl, Angst, Gefangenheit, Ohnmacht, Hilflosigkeit. Diese Gefühle sind Teil von co-abhängigen Strukturen und können sehr machtvoll dafür sorgen, dass wir, obwohl wir es so sehr wollen, es nicht wagen, frei unseren Weg zu gehen.

Ich weiß wie unfassbar schwer es sein kann, in manchen Situationen einen klaren Kopf zu behalten und ein Teil in mir es dem Anderen unbedingt Recht machen will. Mir helfen ein paar „Grundregeln“ dann sehr, ich habe sie dir hier zusammengefasst:

DER FAKTENCHECK FÜR CO-ABHÄNGIGE:

1. Ich bin für mich selbst verantwortlich: Sprich für meine Emotionen, meine Gedanken und mein Handeln.

2. Ich bin für einen anderen erwachsenen Menschen nicht verantwortlich (und damit meine ich jetzt keine Notsituationen). Ich darf einem anderen Menschen zumuten, sich selbst zu spüren- auch in seiner emotionalen Not. Deswegen bin ich kein schlechter Mensch. Ich darf dem Anderen zutrauen, dass er/sie eigene Kräfte zur Verfügung hat.

3. Ich darf eigene Bedürfnisse haben und diese spüren.

4. Ich darf diese eigenen Bedürfnisse (sogar) äußern und vertreten.

5. Mein Gegenüber muss diese Bedürfnisse nicht verstehen und nicht erfüllen und ich darf sie trotzdem behalten.

6. Ich darf gut für mich sorgen- für mein gesundheitliches, psychisches, energetisches Wohlbefinden UND auch für meine Lebensfreude und Kreativät. Lebensfreude und Kreativität sind nicht „ganz nett“, sondern mein tiefstes Recht als Mensch.

7. Ich darf einen Weg gehen, den andere Menschen weder verstehen und nicht für gut heißen- und ich darf dorthin gehen, wo es mir gut geht. Auch, wenn es bedeutet von Menschen zu gehen, denen ich mich sehr verbunden fühle/gefühlt habe.

8. Es ist das Jahr 2020, meine Kindheit ist vorbei und ich bin eine erwachsene Frau/ein erwachsener Mann und damit handlungsfähig.

Erinnere dich dieser Punkte, wenn das Gefühlsmixmeer droht dich in die Tiefe zu reißen. Gleichzeitig brauchen die inneren Anteile, die so grenzenlos und verletzt sind, liebevolle Aufmerksamkeit und unser Gewahrsein, um zu integrieren und zu heilen. Somit wird die innere Klarheit und Anbindung immer stärker und die Automatismen, dich selbst zu verlassen, werden weniger.

So entstehen echte Nähe und Verbundenheit, die nicht länger auf (unausgesprochenen) Zwängen und Enttäuschungen beruht, sondern auf echter Unterstützung und Liebe.

 

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