Warum nüchtern so sexy ist!

Nach der Selbst-Täuschung kommt die Wahrheit mit Wumms und ohne Trompeten zurück.

Während die Seifenlauge der zerplatzten Illusionen noch an mir herunterlaufen, fangen die Füße wieder an den Boden zu berühren.

Natürlich weiß ich es besser. Natürlich könnte ich die Dinge spüren, könnte ich sie lassen, edel verzichten und brav weiterheilen. Doch warum bin ich denn hier? Wenn nicht um zu lernen, zu begreifen, es besser zu machen, wenn auch nur den einen winzigen Zentimeter.

„Warum bin ich denn hier, wenn nicht, um dieses Leben in seiner schönen und schmerzhaften Intensität zu erleben, manchmal auch in großen Schlucken davon zu saufen“, sagt die Abenteuerlust. „Dann gibt‘s halt den Kater, doch die Nacht, die war verdammt nochmal geil.“

Doch der kluge Geist weiß: zu viel Rausch tut nicht wohl und die Spirale geht stetig nach unten. Erfüllung Adé.

Denn bei all der Lebendigkeit, weh tuts halt auch. „Endlich“, sagt da der spirituelle Gschaftler. „Endlich, endlich wird die Wunde in all ihrer Starre und Verklebung offen gelegt, darum worum es wirklich geht.“ What the fuck, wie ekelhaft ist das denn!

Also Ärmel hochkrempeln und nicht schimpfen mit der inneren Märchenprinzession mit ihrem romantisch-verklärten Blick, lieber sie sanft und mit größter Entschlossenheit rausziehen aus der rosa Seifenlauge der spirituell-romantischen Liebe und sie das tun lassen, worin sie gut ist: schreiben, tanzen, singen, malen, zaubern. „Du bist wunderbar, meine Schöne, alles andere sind uralte Irrtürmer, die ins Meer fließen dürfen mit all den Stacheln der Ablehnung, bis das Wasser wieder klar und reinblau ist.“

Bei allem Widerstand gegen die Nüchternheit, sie ist das wahre sexy Weib. Bähm, den Schatten tief in die Augen geblickt, dem Licht genauso und dann wirds richtig lebendig. Nicht vielleicht morgen, nicht schade ums Gestern, sondern hier und jetzt.

Und so möcht ichs: klar, aufrichtig, verbunden, angebunden.

All das Verschwommene, Süchtige, Klebrige, Verleugnende kenne ich doch allzu gut. Das haben meine Kinderzellen ja aufgesogen und natürlich schickt mir das Leben das Immergleiche, bis ich es begreife:

Auch ich darf ernüchtern: Aus den Illusionen, dem Schönreden, der Opferitis, dem Kleingemache, der Verdrängung, aus all der Irrtümer des „Das ist für mich nicht möglich!“. Ich darf heilen, liebevoll und mitfühlend von all dem Schmerz, den mir die Süchte, die Verdrehungen, die Unwahrheiten, die Abwesenheit der Anderen zugefügt haben.

Besoffen von Irrtümern und durchtränkt von alten Verletzungen, kann der Zauber des Lebens nicht durch mich fließen, kann ich weder lieben noch Liebe empfangen, kann ich nicht sein, wie die Göttin mich meinte, als sie mich schuf.

Nüchtern heißt: Mich da nehmen und mich selbst erkennen, wo ich gerade bin. Nackt und unvollkommen wunderschön.

Dabei glasklar nüchtern- der Turboboost für den wahren Neubeginn!

Und wie durch Zauberhand öffnen sich die neuen Lebenstüren.

Lass sie uns zusammen durchschreiten- mutig und mit dem Herzen voraus.

Deine

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