Wie du deine tiefsten Bedürfnisse liebevoll annimmst und so Heilung erfährst

Als ich letzte Woche das erste Mal in diesem Ort am Meer bin, treffe ich einen Autor, der erzählt, dass er sich jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen mit seinem Kaffee an die Promenade setzt und schreibt. „Das will ich auch!“, sagt eine Stimme in mir und so fahre ich ein paar Tage später mit meinem kleinen weißen Auto die vielen Kurven aus dem Norden hinab in den Süden, über eine Bekannte bekomme ich ein hübsches Zimmer nur eine Minute vom Meer entfernt.

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Nun sitze ich auch hier, mit meinem Kaffeebecher und meinem Journal, sehe die immergleichen gealterten Paare, die morgens schon schwimmen gehen, die Sportlerinnen, die joggen oder schwimmen in ihren Sportbikinis, die braun gebrannt und muskulös sind (und fühle mich dabei träge, ich mag keinen Morgensport) und lasse meine Gedanken und Gefühle schweifen, verarbeite meine Träume und richte mich auf den neuen Tag aus. In diesem Blogpost nehme ich dich mit in meine Erkenntnisse und Heilungsprozesse der letzten Tage.

„Ich erlaube alle meine Bedürfnisse zu umarmen, auch jene, die mir Schmerzen bereitet haben.“

Mir wird insbesondere in diesen Tagen um den Vollmond bewusst, wie lange sich mein tiefstes Wesen nach Geborgenheit, Familie und Wärme sehnt, nach einem Nest und Miteinander. Mir wird auch bewusst, wie sehr ich versucht habe, mir selbst dieses Bedürfnis abzusprechen, weil es so schmerzhaft für mich war, weil ich als Kind und als Teenager fast verrückt geworden bin an diesem Bedürfnis. Schließlich waren da nur noch mein Vater und ich, viel Nestwärme war da nicht, dafür umso mehr Verlorenheit und Trauer. Mit so viel Neid habe ich auf meine Freunde geblickt, auf all die Familien, wo mehr Nest war: „Warum die und ich nicht?“, jaulte es in mir.

Die Des-Illusionierung der Suche im Außen

Ich habe versucht dieses Bedürfnis woanders zu finden. Mit meinem ersten Freund habe ich Familie gespielt, wir waren ständig zusammen. Für Momente fand ich das Nestgefühl da, doch ich war zu jung, zu zerbrochen, zu sehr nach Heilung und Entwicklung streben, um dort zu bleiben. Ich habe versucht das Bedürfnis in meinem sozialen Engagement, in meinen WGs zu finden, in meinem Freundeskreis. Manchmal war da ein Hauch davon, doch die tiefe Einsamkeit in mir blieb, natürlich.

Ich habe versucht, mir selbst zu erzählen, dass es so etwas wie glückliche Familie und Gemeinschaft sowieso nicht gibt, schließlich „ist überall etwas“, und ja, das stimmt, so schön intakt es von Außen aussehen mag, Strukturen können auch sehr subtil destruktiv sein. Doch meinem innersten Wesen, das dieses Bedürfnis hat, ist es egal, was die Anderen machen, es möchte beachtet werden.

Meinem tiefsten innersten Wesen, ist es egal, dass ein Teil von mir aufgeben möchte, nach all den halbgelungenen Versuchen, dieses Wesen ist geduldig und doch hartnäckig. Ignoriere ich es, dann bringt es mich dazu zu essen, ruhelos durch die Sozialen Medien zu scrollen, ständig Menschen zu treffen, dann umnebelt es mich mit einer leidvollen Bedürftigkeit.

„Ich lerne mich für mein Bedürfnis anzuerkennen und ihm Raum geben- ganz unabhängig von der äußeren Situation.“

Und dann macht es endlich „Klick“ in mir und mir wird bewusst: Ich darf dieses Bedürfnis in mir zulassen, sich ausbreiten lassen, ich darf mir innerlich ein Nest werden, ganz warm und gemütlich.

„Ich gestehe meinem tiefsten innersten Wesen den Wunsch Geborgenheit, Wärme, Zugehörigkeit und Familie zu und achte mich dafür. Ich gebe meinen Bedürfnissen Raum in mir, finde in mir selbst ein Zuhause und in diesem Gewahr sein, öffne ich mich für wunderbare Entwicklungen im Außen.“ 

Und Freiflug und Nestwärme widersprechen sich hier keineswegs. Am Schönsten und Freiesten zu den Abenteuern können wir fliegen, wenn wir ein Nest (in uns und im Außen, wen es danach sehnt) haben, in das wir immer wieder zurückkehren können, uns wärmen und nähren.

Ich darf den Wunsch nach diesem Zuhause im Außen in mir tragen und gleichzeitig noch nicht wissen, wie es sich manifestiert, wo und mit wem, auf welche Art und Weise.

Aus dem Trauma heraus zurück ins Vertrauen finden

Ich darf das Außen dem Innen folgen lassen und genau das fiel mir bisher so schwer, wo ich doch gerne kontrolliere, alles wissen möchte und das Leben mit einem misstrauischen Auge betrachte.

Das ist eine der großen Aufgaben, wenn wir von traumatischen Wunden heilen: wieder in das Vertrauen zu kommen, dass das Leben es gut mit uns meint, dass wir es wert sind, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden- und, dass wir es wert sind, sie uns selbst zu erfüllen.

Erfüllung im Außen finden durch liebevolle Selbstverantwortung

Diese Selbstverantwortung braucht es, dass sich im Außen wirklich gesunde Beziehungen und Situationen entwickeln können. Ist diese nicht da, gehen wir stattdessen aus unserem inneren Kind in die Welt hinaus, wiederholt sich nur das, was wir schon kennen und das tut weh. Dann kommt es zu „Sicherheit gegen Lebenskraft“-Deals, dann sind wir vielleicht in Situationen und Beziehungen, die uns scheinbar Halt geben und uns versorgen, doch wir bezahlen damit, dass wir uns klein fühlen, nicht in unsere Größe kommen können und ständig Angst haben, herausgeschubst zu werden. Deswegen braucht es dieses uns innerlich Versorgen, um äußerlich Fülle leben zu können, so sehr.

Was auch immer dein Bedürfnis sein mag, ganz tief in dir drin, es ist jetzt die Zeit, es zu erspüren und es dir selbst zu erlauben. Das darf ganz für dich sein, es geht niemanden etwas an und niemand hat das Recht es dir abzusprechen- nicht dein Partner, nicht deine Familie, nicht deine Freunde und auch keine spirituellen Dogmen.

Alles wonach es dich sehnt, ist wahr.

Von Herzen

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