Die großen Drei, die mir das Lieben lehren

DU FEHLST MIR.

Und mit diesem Fehlen-Gefühl, kommt all das, was ich nicht haben möchte.

Kommt die Einsamkeit, kommt die Bedürftigkeit, kommt die Sehnsucht.

Die großen Drei.

Nur noch einmal deine Arme, die mich von hinten umschließen, nur noch einmal mich anlehnen und fallen lassen, nur noch einmal dieses Eins-Sein-Spüren, sagt es in mir, das würde ja schon reichen.

Und vielleicht wäre es tatsächlich so. Dass es für diesen Moment gut wäre.

Doch, das weiß ich ja, die Drei würden wieder kommen, vielleicht sogar noch mit mehr „Wumms“ als zuvor.

Denn ja, deine Arme könngen gut tun, für diesen einen Moment, vielleicht können sie sogar ein paar heilsame Tropfen in die Wunde fließen lassen, doch der Rest ist mein Job.

Jener Job, welcher in allererster Linie daraus besteht, anzuerkennen: Ja, auch das bin ich.

Auch die EINSAMKEIT bin ich. Unter all dem vollen, bunten, manchmal lauten Leben, ist sie da.

Sie ist schon so lange da und hat sich so sehr daran gewöhnt, in meinen Zellen zu sitzen.

Doch in Wahrheit möchte die Einsamkeit nur verstehen, dass die kargen Zeiten vorbei sind, dass es nie mehr wieder so schlimm werden kann, dass ich jetzt für mich selbst sorgen kann.

Auch die BEDÜRFTIGKEIT bin ich. Sie lässt sich stumm stellen, wenn du da bist, wenn es gut läuft tut sie das.

Doch in Wahrheit, sehnt sie sich nach der Erlösung durch mich.

Sehnt sie sich nach meinem Mitgefühl, nach meinem Verstehen, nach einem endlich Innehalten und nicht länger durch die Welt rennen und suchen müssen, nach einer inneren Wärme.

Die Bedürftigkeit, die auch schon so alt ist und so lange wartet, sehnt sich danach erfüllt zu werden, über diesen einen Moment hinaus.

Und ja, dann ist da noch die SEHNSUCHT, sie ist hartnäckig, denn sie vermag es dich, schön zu malen, herbei ziehen zu wollen.

Doch in Wahrheit möchte die Sehnsucht einfach nur Verbindung, dass die losen Schnüre innerlich wieder zusammenfinden, dass da ein Raum von Offenheit und Liebe entsteht. Dann kann sie still und zufrieden werden und muss mich nicht länger in Richtungen ziehen, in die ich gar nicht mehr länger möchte.

Die großen Drei möchten mich nicht lähmen, sie möchten einfach nur mitfließen im Spiel des Lebens, möchten mich immer wieder dazu aufrufen, mit der Taschenlampe die dunklen Ecken und Zimmer meines Selbsts auszuleuchten.

So finde ich über dein Fehlen zu mir selbst.

Für diesen einen Moment in dieser Spätsommernacht bin ich mir ganz nah, so unfassbar nah und spüre, es ist der Beginn von etwas Neuem.

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