Nähe Teil 2: Wege der Heilung- Emotionale Stabilität als Schlüssel

Emotionale Not und Sehnsucht: Rette mich wer kann!

Als ich Anfang 20 war, wusste ich nicht, wie ich den Schmerz des Lebens überstehen sollte. Ich hatte mit 16 meine Mutter verloren und mit ihr, so fühlte es sich an, war meine Geborgenheit gegangen. Ich verzehrte mich nach Nähe und Halt und spürte zugleich eine große Angst davor. Die Beziehung mit meinem ersten Freund, fing an, sich zu lösen, und ich fühlte mich einsamer denn je. Ich wusste: Die Familie, die mir so sehr wünschte, wird es nicht auf diese Art und Weise geben. Nur der Traummann konnte mich noch aus der Situation erretten. Die Krux daran: In dieser Not fehlte mir die Stabilität, jene Nähe zuzulassen, um eine Familie mit Gleichgesinnten oder einem Partner aufzubauen und zu empfangen. Ich saß sozusagen in der Falle.

Ich kann mich an einen Spaziergang mit meiner Großcousine erinnern, es war Sommer und neben uns rauschte ein Bach. Ich schilderte ihr meine Sehnsucht und sie sagte zu mir:

„Du darfst lernen, die Geborgenheit in dir selbst zu finden.“ Sie sagte, das mit viel Mitgefühl, aber auch mit jener Klarheit, die mir zeigte, dass kein Weg an mir vorbei führte.

Ich fühlte mich in diesem Moment nicht besonders gesehen, ich konnte das nicht verstehen, es fehlte mir schlicht und einfach an Bewusstsein dafür. Alles, was ich wollte, war umarmt und gerettet zu werden. Glück im Unglück: Es kam für eine ganze Weile kein Mann und ich durfte es selbst lernen.

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Emotionale Stabilität als Schlüssel

Heute viele Jahre und Entwicklungsschritte später, weiß ich, dass es möglich ist, in mir Geborgenheit zu spüren. Ich übe mich darin Tag für Tag, es ist eines meiner größten Lebensthemen. Es ist der Schlüssel für alles was ich in meinem Leben kreiere. Es ist der Boden, auf dem ich stehe und von dem aus ich meine Beziehungen gestalte.

Der erste und entscheidende Schritt in die Nähe, in unseren Freundschaften, in unserer Partnerschaft, ist es emotional stabil in uns zu werden. Dieser Schritt kann nicht umschifft werden und nicht durch die besten „Traumpartner-Manifestationen“ übersprungen werden.

Ich erlebe bei vielen Menschen, dass die Lust da drauf erst einmal nicht so groß ist: Viele meiner Klient*innen haben den Wunsch nach Partnerschaft, danach die Berufung zu leben, eine Familie zu gründen oder innerlich endlich frei zu sein. Stets ist da die große Frage: Wie geht Nähe? Doch der Weg an die Wurzel wird erst einmal vermieden.

Doch mögen wir noch so sehr auf den Traumprinz warten und ihn herbeisehnen (der letztendlich auch nur ein Mensch ist), wir kommen nicht umher, in uns ganz und emotional stabil zu werden- ob mit oder ohne ihn.

Schön und gut: Was heißt das nun konkret?

Für mich bedeutet emotionale Stabilität ein mich halten können. Ein mich auffangen, auch, wenn es mal emotional dramatisch zugeht (und dieses Gefühl kenne ich als Viel-Fühlerin nur zu gut ;)). Zu lernen meine Bedürfnisse zu erspüren und sie mir zu erfüllen. Mir meiner Schatten bewusst zu sein- genauso wie meiner Größe und Liebenswürdigkeit – und mich mit all dem zuzumuten. Wurzeln zu schlagen, im Leben selbst.

All das sind Lernschritte, die wir nicht alle auf einmal lösen müssen. Wir können darauf vertrauen, dass das Leben uns dafür die geeigneten Lernsituationen- und Partner schickt.

Bei Nähe geht es ganz viel um ein da sein. Innerlich die Bereitschaft dafür zu entwicklen, sonst schützen wir uns unterbewusst davor, und ziehen gar kein Gegenüber mehr in unser Leben. Das aushalten zu können, was wir gespiegelt bekommen, wo wir vielleicht abgelehnt werden. Aushalten zu können, dass der andere uns verlassen könnte und gleichzeitig im Vertrauen sein, dass wir so lange miteinander gehen, wie es auf höchster Ebene gut und richtig ist.

Es ist gar nicht so kompliziert und gleichzeitig verlangt es mehr ab, als wir vielleicht erhofft haben. Mir verlangt er einiges ab. Und ich bin hier, um die Unterstützung der Spiritualität unendlich dankbar. Jene geistigen Kräfte, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass es mir heute so viel besser geht, als mit Anfang zwanzig.

Wo ich spüre: Ja, ich bin hier auf der Erde willkommen, gebraucht, geliebt und ich vermag es, meine Vergangenheit hinter mir zu lassen und von Herzen zu lieben. Alles was ich brauche, ist da. Es gibt keinen Mangel. Ich bin versorgt. Ich bin sicher. Ich darf vertrauen.

Dieses in mir verankern, meinen Raum zu bewohnen, meine Angebundenheit und Schöpferkraft zu spüren, sind für mich jene Qualitäten, die es möglich machen, mich mutig für Nähe zu öffnen, mich ihrer hinzugeben. Dafür bin ich auf dem Weg. Tag für Tag mal mit einem lachenden, mal mit einem weinenden Auge. Doch immer ist es der richtige Weg.

Ich danke dir für deine Zeit und freue mich auf den nächsten Nähe-Artikel, in dem ich dir Tools mitgebe, wie du an deiner Stabilität arbeiten kannst.

Mögest du dich inspiriert fühlen.

Von Herzen

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